Was man über internes Linkbuilding wissen sollte

Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten, seine Seite für Suchmaschinen zu optimieren. Einerseits sind dies OnSite-Maßnahmen auf der eigenen Webseite, andererseits OffSite-Maßnahmen außerhalb der eigenen Web-Präsenz. Eine Maßnahme-noch dazu die Wichtigste für SEO- wird sowohl intern als auch extern eingesetzt: das Linkbuilding. Klar ist, dass das Generieren von autorisierten Backlinks auf fremden Territorium eine noch gewichtigere Rolle spielt bei den Rankingergebnissen. Dennoch sollten Sie interne Verlinkungen intensiv nutzen- schließlich können Sie den internen Linkaufbau vollständig selbst steuern. Ich möchte an dieser Stelle kurz zusammenfassen, was beachtet werden muss, um optimales internes Linkbuilding zu betreiben.

 

  1. Verfolgen Sie eine einheitliche Linkbuilding-Strategie! Linkbuilding-egal, ob extern oder intern- sollte immer einer übergreifenden Strategie folgen, da Sie sonst sehr schnell die Übersicht über die Effektivität Ihrer Maßnahmen verlieren werden.
  2. Internes Linkbuilding ergänzt, verstärkt und erweitert die Vorgaben der Informationsarchitektur! Mit einer sauberen IA ist bereits die Notwendigkeit, jede Seite via Link zu erreichen, abgedeckt. Hat die IA in dieser Beziehung Schwachstellen (sprich: gibt es Seiten, die nicht wie beschrieben erreicht werden können?), so überarbeiten Sie erst Ihre Informationsarchitektur, ehe Sie mit einer Suchmaschinenoptimierung weitermachen. Internes Linkbuilding hat aber noch einen multiplizierenden Effekt, den die IA per definition seltener bieten kann: das gezielte Verstärken und Pushen einzelner Inhalte. Hierdurch können sich positive Effekte für Ihr Business ergeben.
  3. Maßvoller Einsatz von Links ist zwingend! Es gab vor einiger Zeit den Trend, maximale interne Verlinkung einzusetzen. Dies hatte den Vorteil, dass die Crawling-Spider nahezu alle relevanten Inhalte erfasst haben- sofern dies nicht bereits via der Kombination sitemap.xml und der Einbettung der Sitemap in die robots.txt der Fall war. Es hatte allerdings auch den aus meiner Sicht großen Nachteil, dass selbst hochwertigste Inhalte schwer lesbar waren- die Linkbeschreibungen poppten auf manchen Seiten nahezu inflationär auf. Ich rate Ihnen deshalb, Seiten gezielt zu pushen, indem Sie interne Querverlinkungen maßvoll einsetzen.
  4. Interne Links immer in einen thematischen Kontext setzen! Diesen Punkt kann man eigentlich nicht oft genug erwähnen. Dennoch sehe ich immer wieder Links, die an Stellen gesetzt werden, die vollkommen sinnfrei gesetzt wurden. Teilweise passiert dies auch durch automatisierende Software. Gehen Sie davon aus, dass Google sehr clevere Algorithmen hat, um Themenverwandschaft festzustellen (schließlich wird dies auch an anderer Stelle benötigt), so dass Sie die Finger davon lassen sollten, Artikel zum Automobil “MINI” bei Artikeln, in denen es um Baby-Elephanten geht zu verlinken. Gehen Sie als Faustregel davon aus, dass der thematische Zusammenhang in etwa bei 3 Sätzen vor und bei drei Sätzen nach dem Link interpretiert wird.
  5. Verlinken Sie auf Inhaltsseiten, nicht auf Ihre Homepage! Immer wieder stelle ich fest, dass bei internen Links gerne auf die Homepage verlinkt wird. Einerseits handelt es sich hier natürlich um handwerkliche (oder durch Software automatisierte) Fehler, andererseits schlicht um Versehen. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Inhalte mit den relevanten Keywords gut ranken- linken Sie folglich in die entsprechenden Inhaltsseiten.
  6. Relevante Linktexte verwenden! Wollen Sie besonders gut bei dem Keyword “hier klicken” gerankt werden? Nein? Dann verwenden Sie einen aussagekräftigen Linktext, der dem Leser ehrlich dokumentiert, auf was er sich bei einem Klick einlässt. Sowohl der Leser als auch Google wird es Ihnen danken. UPDATE: Viktor und David haben in den Kommentaren korrekterweise darauf hingewiesen, dass die Anchortexte durchaus ausgewogen sein können bzw. sogar sollten, damit bei Google kein Manipulationsverdacht und eine daraus abzuleitende Abstrafung der Seite erfolgt. Alleine der Transparenz interner Links wegen, würde ich jedoch dennoch primär auf aussagekräftige Linktexte setzen und nur partiell weiche Linktexte setzen.

Fazit

Setzen Sie internes Linkbuilding ein- die Vorteile sind nicht zu unterschätzen. Achten Sie jedoch darauf, qualitativ hochwertige Inhalte nicht zu häufig durch Links zu unterbrechen. Insbesondere dann nicht, wenn diese nur eine geringe Relevanz haben und sich thematisch nicht in den Kontext einfügen.



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Comments
9 Responses to “Was man über internes Linkbuilding wissen sollte”
  1. Viktor sagt:

    >>Verlinken Sie nie auf Inhaltsseiten, nicht auf Ihre Homepage!

    Wer findet den Fehler? :)

    • admin sagt:

      @Viktor:
      Ich :-) Vielen Dank für den Hinweis, ich habe es entsprechend korrigiert. ;-)

      Beste Grüße

  2. Viktor sagt:

    >>Wollen Sie besonders gut bei dem Keyword “hier klicken” gerankt werden? Nein? Dann verwenden Sie einen aussagekräftigen Linktext, der dem Leser ehrlich dokumentiert, auf was er sich bei einem Klick einlässt. Sowohl der Leser als auch Google wird es Ihnen danken.

    Da kann / muss man kontroverster Meinung sein!
    Wenn die Links NUR aussagekräftige und relevante Texte haben, dann wertet Google dies wohlmöglich als manipuliert. Denn die Leute verlinken eben oft mit “hier”, “weiterlesen” und und und. Wenn das in dem Netzwerk fehlt, gehen bei google wahrscheinlich die gelben Warnleuchten an. Ausgewogenheit triumphiert eben….

    • admin sagt:

      @ Viktor

      Vielen Dank für den Hinweis. Ich sehe Ihren Punkt und würde auch anerkennen, dass es einen gewissen Manipulationsverdacht bei Google (!) gibt-BING würde ich hier komplett ausklammern, die sind in dieser Beziehung noch etwas hinterher. Allerdings glaube ich nicht daran, dass dies schon bei einem maßvollen Einsatz interner Links passieren wird- hier werden eher die Contentfarmen gefährdet sein. Dass natürliches Linkbuilding auch mal einen “hier”-Link enthalten kann, sehe ich ein. Im Großen und Ganzen sollte man dies mMn jedoch aus den bekannten Gründen vermeiden.
      Es gab hierzu auch mal eine Untersuchung von den Kollegen von SEOMOZ, an deren Ergebnisse ich mich aber nur peripher erinnere. Ich schaue mal, dass ich die hier noch verlinken kann, wenngleich der Beitrag auch schon etwas älter ist.

      C u

  3. admin sagt:

    Leider finde ich den Link nicht mehr zu dem von mir im Kommentar angesprochenen Artikel. Ich werde versuchen, diesen dennoch aufzutreiben, damit wir hier Licht ins Dunkel bringen können.

    Grüße

  4. David sagt:

    Soo, hoffe mal du suchtest den link hier http://www.seomoz.org/blog/testing-the-value-of-anchor-text-optimized-internal-links

    nur – steht da nicht eigentlich, dass der anchortext im internen linkbuilding sowieso nur einen sehr geringen effekt hat, und dass man – so wie viktor es schon richtig sagt – ausgewogen verlinken sollte, da sonst penalty? ;)

  5. admin sagt:

    @David

    Vielen herzlichen Dank für den Link. Ich meine auch, dass es genau dieser Artikel war, hatte den aber damals nur überflogen. Wenngleich ich das bei keinem Projekt jemals so stark erlebt habe wie Randfish, werde ich den Artikel dahingehend anpassen. Vielen Dank für den wertvollen Hinweis!

    Grüße

  6. Tom G. sagt:

    Ich hatte den Artikel von Rand früher schon mal gelesen und habe es wegen der Antworten hier nochmals getan.
    Ich lese dort nicht, dass der Anchortext wenig Relevanz hat. Der geringe Nutzen scheint nur bei Links auf die Startseite erwiesen.

    • David sagt:

      Eine Art Einschränkung trifft wohl auch ausserhalb der Startseite zu, dritter Abschnitt:

      “Adding internal links from many important pages does provide ranking benefit, *but it appears not to matter whether those links contain optimized anchor text* after the first few (or few dozen, depending on site size).

      *Perhaps* there’s a limit to how much anchor text value can flow from a single site to itself (or to another site, which might explain the diminished value of sitewide links) or maybe Google discounts optimized internal anchor text after a certain point.”

      Wenn Rand hier im zweiten Teil “perhaps” sagt ,dann scheint es seitens SEOMoz wohl dennoch keine entgültige Erklärung zu geben, ob bzgl. der internen Verlinkung nun Anchor-Text überhaupt bzw. wenn ja, “Wieviel” Value .transferiert wird.

      Die Theorie mit dem “Anchor Text Limit” ist natürlich auch recht plausibel. Unterstützt die Ansicht, dass man es eben nicht übertreiben sollte mit der internen Verlinkung und dem Anchortext bzw. nach den ersten 3-4 Anchor-Links dann eher auf “natürliche” Linktexte setzten sollte.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Am Besten führt jeder einmal selbst ein paar Tests durch bzw. vielleicht finden sich ja hier noch ein paar Leute, welche aus ihren eigenen Erfahrungen etwas zum Thema beitragen können.

      Gruss, David

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