Vom hippen Lifestyle-Guru zum mobilen Silver-Ager: Wer nutzt Social Media und warum?
Gastbeitrag von Angélique Werner
Dass Social Media einer der Trends, wenn nicht DER Trend 2011 waren, ist hinlänglich bekannt. Und trotzdem vergisst man im allgemeinen Hype und bei aller geäußerter Kritik skeptischer Stimmen, dass Social Media dem Trendstatus schon längst entwachsen sind. Soziale Netzwerke, sei es nun Xing, Facebook oder „Newcomer“ wie Google+, sind nicht mehr das hippe Spielzeug einiger kommunikations- und netzaffinen Trend-Vorreiter aus der Medienbranche, die immer alles als Erste ausprobieren möchten. Ganz im Gegenteil: Soziale Netzwerke sind im Alltag angekommen, sie sind bei 44% der Online Bevölkerung ein fester Bestandteil des Kommunikationsverhaltens.
Systematischer Ausbau von Social-Media-Maßnahmen
Deswegen sollten Social Media in den Kommunikations- und Marketingmix von Firmen integriert werden. Dabei sollte es jedoch nicht darum gehen, einfach nur „auf Facebook zu sein“, sondern zielgerichtet das Maximum aus den Social-Media-Aktivitäten für das eigene Unternehmen herauszuholen. Traditionelle Kommunikations- und Marketingthemen wie Firmenveranstaltungen, Formen der Mitarbeitermotivation oder der Aufbau einer kompletten Firmenidentität sollten durch den systematischen Ausbau von Social-Media-Maßnahmen ergänzt werden.
Typologie von Social-Media-Usern
Social-Media-Nutzer sind eine demographisch heterogenere Gruppe als man es bei oberflächlicher Betrachtung vermuten würde. Jeder kann dort vernetzt sein, ohne Einschränkungen in Bezug auf Alter, Geschlecht und Beruf. Hinz und Kunz auf Facebook also? Kann man, flapsig formuliert, so stehen lassen, aber es gibt dennoch einige Unterschiede zwischen Social-Media-Nutzern, und die liegen in den jeweiligen Motiven. Jeder hat unterschiedliche Gründe, warum er Teil dieses oder jenes Netzwerks ist. Die Autoren von „Groundswell: Winning in a world transformed by social technologies” schlagen hier zum Beispiel unterschiedliche Nutzer-Typologien vor:
“Creators“: Das sind 9 Prozent der Social-Media-Nutzer. Sie sind kreativ, vielseitig interessiert und kommunikationsfreudig, weswegen sie sich nicht scheuen, selber mal zum virtuellen Füller zu greifen und Inhalte zu veröffentlichten.
“Der Faktor Menschlichkeit macht Social-Media-Kommunikation glaubwürdig und faszinierend” – Angélique Werner
“Critics“: Machen immerhin ganze 12 Prozent der Nutzer aus. Sie handeln eher reaktiv, d.h. sie kommentieren oft oder schreiben Rezensionen. Joiners: 21 Prozent der Nutzer sind Teil eines sozialen Netzwerks, um Teil eines sozialen Netzwerks zu sein. Klingt unlogisch? Ist es aber nicht, denn dieser kontaktfreudige und soziale Typus tritt einem virtuellen Netzwerk bei, um dort reale Netzwerke aufzubauen und zu pflegen.
Der “Collector” sammelt Inhalt, der Joiner wiederum Freunde bzw. Kontakte.
“Spectators“: Sind die stillen Beobachter, eher vorsichtig und zurückhaltend. Somit nehmen sie zwar am Social Web teil, ohne jedoch aktiv beizutragen. Die Mehrheit gehört zu diesem passiven Nutzertyp.
Von den ganz “Inaktiven“, die gar nicht am Web partizipieren, ganz zu schweigen. Doch auch wenn die restlichen 56 Prozent der Online Nutzer noch nicht auf Netzwerken „socialized“ sind, ist das kein Grund, Social Media ihre Bedeutung abzusprechen. Ein Medium, das in so kurzer Zeit so viele unterschiedliche Menschen erreicht hat, darf und muss im inter- und intramedialen Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Nutzer berücksichtigt werden. Natürlich werden auch Kommunikationsmedien im Web, wie zuvor schon Radio oder Fernsehen, in Sachen Nutzungsdauer und Reichweite an ihre Grenzen kommen, aber sie werden, so Gerhard Franz im Media Perspektiven Artikel „auf hohem Niveau überleben, da sie psychologisch etwas Exklusives bieten.“
Das Besondere in Sozialen Netzwerken
Was ist dieses gewisse Etwas, welches Social Media das Überleben sichert? Unter anderem die Möglichkeit, ein Netzwerk aufzubauen, Gemeinschaftsgefühl in einer Community zu erleben oder aber die Aussicht auf den authentischen Dialog sowie Kontaktpflege. Gerade der Faktor Menschlichkeit macht Social-Media-Kommunikation so glaubwürdig und faszinierend. Ein Medium, welches jedermann in Zeiten der modernen Massengesellschaft für Minuten das Gefühl von Individualität und menschlicher Teilnahme verleiht, verdient es, im Kommunikationsmix weiterhin zu bestehen. Wer traditionelle Kommunikationsmaßnahmen mit Social-Media-Aktivitäten verbindet kann nur gewinnen. „Communication-to-Win“ ist also mehr als nur ein frommer Wunsch, sondern eine erreichbare Realität.
Wer schreibt hier?
Angélique Werner hatte bereits vielfach Gelegenheit, sich mit dem immer spannenden und facettenreichen Thema der Marketingkommunikation auseinanderzusetzen. Als Director Marketing and Communications im Outsourcing Umfeld eines großen IT Dienstleisters verantwortet sie die Themen internationale Kommunikation, Marketing und globales Change Management. Weiterhin erlebte und gestaltete sie den Social Media Trend von Anfang an mit. Ihr Schwerpunkt liegt dabei insbesondere im Social Media Marketing, Community Building sowie im Entwickeln von innovativen Kommunikationsstrategien für B2B-Unternehmen. Angélique Werner absolvierte ihr Diplom in Betriebswirtschaftslehre und Informatik und war im Anschluß längere Zeit in Asien und Pazifik tätig, wo sie den Aufbau des PC Geschäftes vertrieblich unterstützte.
Ihr neues Buch “Communication2Win” ( ISBN 978-3-89578-405-7 ) erscheint Mitte Januar 2012 zu einem Ladenpreis von 29,90 Euro. Darin beschreibt die Autorin, wie Unternehmen ihre traditionellen Marketing- und Kommunikationsthemen durch den systematischen Ausbau von Social Media-Maßnahmen ergänzen. Der Schlüssel zur erfolgreichen Kommunikation liegt, wie das Buch anschaulich darstellt, in der konsistenten Netzwerkpflege und dem geschickten Einsatz der sozialen Netzwerke als Verstärkung zu den klassischen Kanälen. Alle Informationen zum Buch finden sich auf dem Blog der Autorin.





















